Der Einzelhandel befasst sich in Tarifverhandlungen mit der Gewerkschaft ver.di in zwei Pilottarifgebieten (NRW und Bayern) mit der Frage, wie die Einzelhandelsunternehmen bei der Bew√§ltigung des demografischen Wandels durch tarifliche Vereinbarungen unterst√ľtzt werden k√∂nnen. Bislang ist allerdings keine Einigung absehbar. Grund hierf√ľr sind die sehr unterschiedlichen Ausgangspositionen der Tarifpartner. W√§hrend¬† die Gewerkschaft ver.di selbst dort im Wesentlichen regulative Ans√§tze verfolgt, wo – wie im Bereich des Arbeitsschutzes – schon jetzt ein Dickicht an gesetzlichen und untergesetzlichen Regelungen zu einer Intransparenz vor allen Dingen bei mittelst√§ndischen Arbeitgebern f√ľhrt, vertritt die Arbeitgeberseite die Auffassung, dass es Aufgabe der Tarifpartner sein sollte, Arbeitgeber, Arbeitnehmer und Betriebsr√§te bei der Erf√ľllung gesetzlicher Pflichten st√§rker konkret durch gemeinsam erarbeitete L√∂sungsangebote zu unterst√ľtzen.

Insbesondere eine gemeinsam von den Tarifpartnern erstellte Toolbox könne das gegenseitige Misstrauen abbauen, wenn Arbeitgeber und Betriebsräte sich mit der Frage befassen, wie bspw. eine Demografie-Analyse oder eine Gefährdungsbeurteilung am besten erarbeitet werden kann.

Die Tarifverhandler im Einzelhandel haben sich auf die Verhandlungen intensiv vorbereitet. Ein Novum waren hierbei mehrere im Rahmen eines INQA-gef√∂rderten Projektes gemeinsam durchgef√ľhrte Hearings, in denen die Tarifkommissionen beider Seiten den von beiden Tarifpartnern ausgesuchten Experten aus Wissenschaft und betrieblicher Praxis Fragen zum Thema Arbeits- und Gesundheitsschutz, Arbeitszeitgestaltung und zu gemachten Erfahrungen aus Wissenschaft und Praxis und daraus abzuleitenden Empfehlungen stellen konnten. So sollte auch sichergestellt werden, dass auf beiden Seiten die gleichen Informationen zu dem Thema vorhanden sind, die dann in und f√ľr die Verhandlungen abgerufen werden k√∂nnen.

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