„Unbare Zahlungsarten mit Karte oder dem Handy mĂŒssen genauso einfach und unkompliziert werden wie Bargeld. Überhöhte Sicherheitsanforderungen an die Authentifizierung des Verbrauchers gefĂ€hrden die weitere Verbreitung dieser innovativen Verfahren sowohl im Internet als auch im stationĂ€ren Handel.“

Ulrich BinnebĂ¶ĂŸel, Zahlungsexperte des Handelsverbands Deutschland HDE mahnte im Rahmen einer Konsultation der europĂ€ischen Bankenaufsicht EBA zur Gestaltung von sicheren Authentifizierungsmethoden zu einer Regulierung mit Augenmaß.

Zwar schreibe die neue Zahlungsdiensterichtlinie die Anwendung einer sogenannten 2-Faktor-Authentifizierung vor, nach der 2 von drei Merkmalen aus den Bereichen Wissen, Besitz oder Biometrie zur Auslösung einer Zahlung erforderlich seien. Allerdings gebe es Optionen, die zu nutzen seien. „Abgesehen von der Frage, ob die starke Authentifizierung dem Kunden ĂŒberhaupt eine zusĂ€tzliche Sicherheit bringt, die er nicht auf andere Art wie z.B. durch Haftungsfreistellungen erhalten kann, ermöglicht die neue Richtlinie auch die Anwendung von Ausnahmebereichen. Hiervon sollte die EBA ausfĂŒhrlich Gebrauch machen, um den unbaren Wareneinkauf nicht unnötig komplex zu machen.“

BinnebĂ¶ĂŸel fĂŒhrte aus, dass das Risiko des Verbrauchers fĂŒr nicht autorisierte Zahlungen kĂŒnftig ohnehin auf 50 Euro begrenzt wĂŒrde. Eine zusĂ€tzliche Sicherung der Zahlungen mĂŒsse daher in diesem Hinblick hinterfragt werden. Zumindest solle aber die unbare Zahlung im stationĂ€ren Handel weiterhin von den Anforderungen einer starken Authentisierung ausgenommen werden.
BinnebĂ¶ĂŸel: „Wenn wirklich das politische Ziel besteht, Bargeldzahlungen auf lange Sicht verzichtbar zu machen, sollte man zunĂ€chst akzeptable Rahmenbedingungen schaffen, damit sich effiziente und praktikable unbare Zahlungsarten entwickeln können. Nur dann haben mobile Zahlungen eine Aussicht auf Markterfolg, wenn sie sich am Bargeld messen lassen können und vom Kunden als ebenso einfach erlebt werden.“