Der von der SPD-Bundestagsfraktion vorgeschlagene Rechtsanspruch auf mobile Arbeit ist praxisfern.

„Viele TĂ€tigkeiten sind an den Standort des Unternehmens gebunden. So sind Verkaufs- und KassiertĂ€tigkeiten im stationĂ€ren Handel nur vor Ort möglich“, so HDE-Experte Steven Haarke. Aber auch in anderen Bereichen wie etwa der industriellen Produktion oder der Pflegeberufe sei ein Anspruch auf mobile Arbeit nicht umsetzbar. Zudem sei die rechtssichere Formulierung einer entsprechenden Ausnahmeregelung nahezu unmöglich. Denn bei einigen TĂ€tigkeiten trete die Ungeeignetheit fĂŒr das mobile Arbeiten nicht ganz so offensichtlich zu Tage. Das sei beispielsweise bei teambezogenen BĂŒrotĂ€tigkeiten der Fall, fĂŒr die eine Gruppendynamik vor Ort fĂŒr das Arbeitsergebnis entscheidend sein kann.

Die SPD-Bundestagsfraktion hatte am 23. Februar ein Positionspapier „Arbeiten 4.0“ beschlossen, welches sich mit der Digitalisierung der Arbeitswelt befasst. Darin findet sich unter anderem ein Vorschlag fĂŒr einen Rechtsanspruch auf ein Mindestmaß an mobiler Arbeit wĂ€hrend der betriebsĂŒblichen Arbeitszeit an einem von den BeschĂ€ftigten selbst zu bestimmenden Ort.