Eine aktuelle Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln zeigt, dass ein alleinstehender Durchschnittsverdiener 51 Prozent seines Gehalts fĂŒr Steuern und Abgaben abfĂŒhren muss. Der Handelsverband Deutschland (HDE) fordert deshalb Entlastungsmaßnahmen insbesondere fĂŒr Normalverdiener.

„Die Politik sollte die Kaufkraft langfristig stĂ€rken. DafĂŒr mĂŒssen die Sozialabgaben und die Steuern gesenkt werden“, so HDE-HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer Stefan Genth. Denn die hohen Belastungen durch Steuern und SozialbeitrĂ€ge hemmen den Konsum.

Gleichzeitig setzt sich der HDE aber auch fĂŒr Reformen im Bereich der Unternehmensbesteuerung ein. „Deutschland braucht ein einfacheres und systematischeres Unternehmenssteuerrecht“, so Genth weiter. Hierzulande verkompliziert beispielsweise die Gewerbesteuer das Steuerrecht enorm. DarĂŒber hinaus fĂŒhrt die Gewerbesteuer mit ihren Hinzurechnungen fĂŒr Mieten und Pachten dazu, dass viele HĂ€ndler auch in Jahren ohne Gewinn zur Kasse gebeten werden. Genth: „Die Hinzurechnungen ĂŒberfordern in Zeiten vielerorts sinkender Kundenfrequenzen gerade den Mittelstand.“ Außerdem ist das deutsche Steuerrecht insgesamt oft so sehr auf die Verhinderung von Missbrauch fixiert, dass am Ende oft ĂŒberzogene Regelungen stehen, die legitime GeschĂ€ftstĂ€tigkeiten unnötig erschweren. Handlungsbedarf sieht der HDE hier insbesondere bei den Regelungen im Außensteuerrecht zur Abwehr von Verlagerungen in Niedrigsteuergebiete. DarĂŒber hinaus besteht Vereinfachungsbedarf bei der umsatzsteuerlichen Behandlung von Exporten und der Regelung zu umsatzsteuerlichen Organschaften.