Positiv bewertet der Handelsverband Deutschland (HDE) die BeschlĂŒsse der gestrigen Sitzung der EU-Finanzminister zu neuen Umsatzsteuerregeln fĂŒr den E-Commerce.

So können HĂ€ndler im Versandhandel mit Kunden in anderen EU-Staaten ab 2021 die Umsatzsteuer ĂŒber eine zentrale Anlaufstelle in deutscher Sprache anmelden. Bisher haben HĂ€ndler das Problem, SteuererklĂ€rungen im Ausland abgeben zu mĂŒssen, obwohl sie oft die Landessprache gar nicht beherrschten. „Die Neuregelung erspart grenzĂŒberschreitend tĂ€tigen HĂ€ndlern BĂŒrokratie bei der Erledigung steuerlicher Pflichten. Das ist ein richtiger Schritt hin zur Vollendung des Binnenmarktes“, so HDE-HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer Stefan Genth. Es bleibe aber das Problem, dass die HĂ€ndler immer das Umsatzsteuerrecht im Land des Kunden anwenden mĂŒssen, so dass stets der auslĂ€ndische Steuersatz ermittelt werden muss.

Außerdem wollen die Finanzminister die Regeln fĂŒr den Versandhandel ĂŒber Internet-Plattformen Ă€ndern. Bisher ist der Import bis zu einem Warenwert von 22 Euro umsatzsteuerfrei. Diese Freigrenze wird in vielen FĂ€llen betrĂŒgerisch durch Unterdeklarierung des Warenwerts ausgenutzt. Deshalb wertet der HDE es als wichtigen Schritt, dass dieser Schwellenwert ab 2021 wegfallen soll. Außerdem wird der Plattform-Betreiber bei der Umsatzsteuer kĂŒnftig wie ein VerkĂ€ufer der Waren behandelt. Damit ist die Plattform fĂŒr die korrekte Zahlung der Umsatzsteuer in der Pflicht. Derzeit können die Behörden oft niemanden fĂŒr die Zahlung der Steuer haftbar machen. Denn die HĂ€ndler sind im Nicht-EU-Ausland meist nicht greifbar. „Die neuen Regeln sorgen fĂŒr einen faireren Wettbewerb im internationalen Online-Handel. Wer hierzulande Ware verkauft, muss auch die korrekte Umsatzsteuer dafĂŒr bezahlen“, so Genth.

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