Mit Blick auf das heute bundesweit erste in Kraft tretende Diesel-Fahrverbot in Hamburg warnt der Handelsverband Deutschland (HDE) vor den negativen Folgen solcher Maßnahmen fĂŒr Einzelhandel und InnenstĂ€dte.

„Fahrverbote sind eine BankrotterklĂ€rung der Verkehrspolitik und ein gefĂ€hrlicher Irrweg mit großen Risiken fĂŒr vitale InnenstĂ€dte und den Einzelhandel vor Ort“, so PrĂ€sident Josef Sanktjohanser. Wenn man den Kunden den Weg in die Stadtzentren schwerer mache, kauften sie eben auf der GrĂŒnen Wiese oder im Internet ein. Mit Fahrverboten mache die Politik kaputt, was in den letzten Jahrzehnten durch StĂ€dtebauförderung und andere Maßnahmen vielerorts mĂŒhsam aufgebaut wurde.

„Kein Zweifel: Zu attraktiven InnenstĂ€dten gehört saubere Luft. Aber dafĂŒr brauchen wir keine Fahrverbote, sondern eine ernsthafte Verkehrswende, die kreative Lösungen nach vorne bringt und sich nicht einseitig auf E-MobilitĂ€t fixiert“, so Sanktjohanser weiter. Die Politik mĂŒsse alternative Logistikdienstleistungen wie LastenfahrrĂ€der stĂ€rker fördern und die Möglichkeiten fĂŒr eine Nachtbelieferung der GeschĂ€fte ausweiten. So könnte der Verkehr am Tag entlastet und die LuftqualitĂ€t besser werden. Sanktjohanser: „Der Handel und seine Dienstleister leisten schon heute ihren Beitrag und stehen bereit, neue Lösungen zu testen und einzufĂŒhren.“ Teilweise fehlen allerdings – wie beispielsweise bei LKWs mit alternativem Antrieb – schlicht noch massentaugliche technische Angebote der Hersteller. FĂŒr den Kundenverkehr in den Stadtzentren fordert der HDE die Politik auf, den öffentlichen Nahverkehr weiter auszubauen.

„Wenn kurzfristig weitere Maßnahmen zur Luftreinhaltung unumgĂ€nglich sind, mĂŒssen die Autohersteller in die Pflicht genommen werden. Auch beim Diesel gilt das Verursacherprinzip“, so Sanktjohanser. „Am Ende dĂŒrfen nicht die InnenstĂ€dte die Leidtragenden des Dieselskandals sein.“

via Handelsverband Deutschland (HDE) – Aktuelle Meldungen