Die Umsetzung der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) hat die mittelstÀndischen HÀndler in Deutschland bislang rund 630 Millionen Euro gekostet.

Das zeigt eine aktuelle HDE-Umfrage. Besonders teuer ist dabei demnach die Umsetzung der vorgesehenen Informationspflichten. „Nach wie vor sind mit der Datenschutzgrundverordnung große Rechtsunsicherheiten fĂŒr die Unternehmen verbunden. Die Verunsicherung und die KomplexitĂ€t der Verordnung erschweren es dem mittelstĂ€ndischen Handel, die Digitalisierung fĂŒr sich zu nutzen“, so HDE-HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer Stefan Genth. Die HDE-Umfrage unter mittelstĂ€ndischen Handelsunternehmen zeigt, dass rund 60 Prozent den Umsetzungsaufwand insgesamt als sehr hoch oder hoch einschĂ€tzen. GrĂ¶ĂŸte Herausforderung bei der Umsetzung der DSGVO ist die ErfĂŒllung der Informationspflichten. Ebenfalls rund 60 Prozent der Befragten hatten angegeben, dass sie externe Hilfe in Anspruch nehmen mussten. Und rund 40 Prozent schrĂ€nken der Umfrage zufolge ihre digitalen AktivitĂ€ten wegen der DSGVO ein.

„Selbst fĂŒr einfache Internetseiten umfasst die DatenschutzerklĂ€rung inzwischen oft drei bis fĂŒnf Seiten, fĂŒr Internetseiten mit vielen Funktionen oft auch zehn bis 20 Seiten oder mehr. Die Verbraucher werden so mit Informationen ĂŒberhĂ€uft, die im Alltag fĂŒr sie gar nicht alle zu erfassen und zu bewerten sind. FĂŒr Unternehmen verursacht die Erstellung dieser Informationen einen hohen Aufwand“, so Genth weiter. Der HDE fordert deshalb unter anderem, dass die HĂ€ndler nicht in jeder einzelnen DatenschutzerklĂ€rung noch einmal ĂŒber Inhalte informieren mĂŒssen, die bereits in der DSGVO geregelt sind. Außerdem sollte beispielsweise bei Kontaktformularen keine ausfĂŒhrliche Information ĂŒber den Verwendungszweck und Speicherdauer der Daten notwendig sein, denn beides ergibt sich im individuellen Fall erst aus der konkreten Anfrage. „Die vorherige Abdeckung aller EventualitĂ€ten ĂŒberfordert HĂ€ndler und Kunden“, so Genth. Aus der aktuellen Rechtsunsicherheit und der Überforderung vieler mittelstĂ€ndischer HĂ€ndler sollte der Gesetzgeber lernen: „Gesetzlich vorgesehene Auslegungsleitlinien mĂŒssen rechtzeitig vor Inkrafttreten einer Regelung vorliegen, damit die Unternehmen die Vorgaben fristgerecht in der Praxis umsetzen können“, so Genth.

via Handelsverband Deutschland (HDE) – Aktuelle Meldungen