Mit Blick auf die heute Morgen zu Ende gegangenen Verhandlungen ĂŒber die Verringerung von Einwegplastik fordert der Handelsverband Deutschland (HDE) eine stimmige und praxisnahe Gesamtstrategie:

„Wir brauchen ein europaweites Konzept zur Reduzierung von PlastikmĂŒll und fĂŒr mehr Recycling. Die PlĂ€ne der EU wirken an vielen Stellen aktionistisch und nicht zu Ende gedacht“, so HDE-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Kai Falk. Wichtig sei es, Recyclingsysteme weiterzuentwickeln und den Markt fĂŒr Recyclingkunststoff aufzubauen. Die Herstellerverantwortung, wonach das Recycling von Produkten am Ende des Lebenszyklus der Hersteller zahlen soll, funktioniert in Deutschland seit Jahren. Dazu passt nicht, dass Hersteller fĂŒr die Reinigungskosten aufkommen sollen, wenn BĂŒrger Produkte unsachgemĂ€ĂŸ in der Umwelt entsorgen (Littering). Auch die symboltrĂ€chtigen Verbote beispielsweise von Strohhalmen könnten bestenfalls zur Sensibilisierung des Verbrauchers fĂŒhren.
„Der Handel ist schon heute bei der Reduzierung von Produkten aus Plastik sehr aktiv. In manchen FĂ€llen stehen dem allerdings Produktsicherheit und Hygienevorgaben entgegen.

Bei einigen Produkten gibt es derzeit noch keine Alternativen, die aus ökologischer, wirtschaftlicher und funktioneller Sicht Sinn ergeben“, so Falk weiter. Wenn es nach Abschluss der Gesetzgebung auf europĂ€ischer Ebene an die nationale Umsetzung geht, hoffe man, noch an der einen oder anderen Stellschraube drehen zu können. „Pfandsysteme, ein effektives Recycling oder auch die Vereinbarung zur Reduzierung von PlastiktĂŒten sind gute Beispiele, wie es funktionieren kann“, so Falk weiter. Zudem sei ein Blick ĂŒber die EU-Grenzen hinaus wichtig. Schließlich seien die mit Abstand grĂ¶ĂŸten Verursacher der Meeresverschmutzung in Asien und Afrika zu finden. In Deutschland stellt das Anfang 2019 in Kraft tretende Verpackungsgesetz weitere wichtige Weichen, um der VermĂŒllung durch Einwegplastik entgegenzuwirken.

via Handelsverband Deutschland (HDE) – Aktuelle Meldungen