Bei der seit dem Jahreswechsel gĂŒltigen Kassenbonpflicht schlĂ€gt der Handelsverband Deutschland (HDE) eine Ausnahmeregelung fĂŒr HĂ€ndler vor, die tĂ€glich sehr viele VerkĂ€ufe tĂ€tigen. Denn dort fallen besonders viele Bons an, die die Umwelt belasten.

Wenn diese Unternehmen von der Pflicht zum Ausdrucken aller Kassenbons befreit wĂŒrden, sei das umweltschonend und kostensparend, ohne dass die Steuerehrlichkeit gefĂ€hrdet werde.

„Das Finanzministerium sollte die schon heute im Kassengesetz vorgesehenen AusnahmetatbestĂ€nde fĂŒr die Bonpflicht praktikabel gestalten, um das nutzlose Ausdrucken von Kassenbelegen im Einzelhandel zumindest ein wenig einzudĂ€mmen“, so HDE-HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer Stefan Genth. Der HDE schlĂ€gt deshalb vor, HĂ€ndler zu befreien, bei denen im Unternehmensdurchschnitt je Standort oder BetriebsstĂ€tte tĂ€glich mehr als 500 Bons anfallen. Bei einer Ladenöffnungszeit von neun Stunden am Tag entspricht dies nahezu einem Kassenbon pro Minute. ErgĂ€nzend könnte auch eine Gesamtzahl von Bons als Grund fĂŒr die Befreiung eines Unternehmens festgelegt werden. Die jeweiligen Schwellenwerte sollten bei Unternehmen, die nachweislich um eine korrekte Steuerbefolgung bemĂŒht sind, abgesenkt werden. Solche BemĂŒhungen könnten beispielsweise durch den Nachweis vorhandener Maßnahmen und Kontrollen, die eine vollstĂ€ndige und korrekte Erfassung der HandelsumsĂ€tze gewĂ€hrleisten, dokumentiert werden. Weiterhin wĂ€re eine Befreiung von der Bonpflicht sinnvoll, wenn ausschließlich bargeldlose Zahlungen ohne jegliche Möglichkeit zur Barzahlung durchgefĂŒhrt werden.

„Bei allen AusnahmefĂ€llen wĂŒrde der Kunde auf Wunsch natĂŒrlich immer einen Beleg erhalten. Gleichzeitig wird die Besteuerung durch den Einsatz einer zertifizierten technischen Sicherheitseinrichtung in der Kasse sichergestellt“, so Genth weiter. Der Handel stehe zur BekĂ€mpfung von Steuerhinterziehung – schon aus GrĂŒnden des fairen Wettbewerbs. Steuerehrliche Handelsunternehmen dĂŒrften nicht im Nachteil sein. Die Kassenbonpflicht bringe aber keinen Mehrwert, denn schon die im Kassengesetz vorgesehene EinfĂŒhrung von technischen Sicherheitseinrichtungen sorge dafĂŒr, dass nicht am Fiskus vorbei verkauft werden könne. „Jetzt geht es uns darum, im Dialog mit der Politik die Bonpflicht mit entsprechenden Ausnahmeregelungen umweltvertrĂ€glicher und mit geringeren Kosten fĂŒr die HĂ€ndler zu gestalten“, so Genth weiter.

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