Der Handelsverband Deutschland (HDE) lehnt den neuen Gesetzentwurf von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil zum Homeoffice ab.

„Es ist zwar gut, dass der neue Gesetzesentwurf nun nicht mehr den ursprĂŒnglich geplanten Rechtsanspruch auf mobile Arbeit sowie die Ausweitung der Mitbestimmungsrechte des Betriebsrates enthĂ€lt. Dennoch belastet auch dieser Entwurf die Arbeitgeber deutlich“, so Steven Haarke, HDE-GeschĂ€ftsfĂŒhrer fĂŒr Arbeit, Bildung, Sozial- und Tarifpolitik. Die Pandemie-Krise habe deutlich gezeigt: Ist Homeoffice im ArbeitsverhĂ€ltnis wirklich sinnvoll, wird es aktuell bereits millionenfach in Deutschland einvernehmlich gelebt. Hier sei in den vergangenen Monaten viel neues Vertrauen entstanden, das man nun nicht unnötig gefĂ€hrden dĂŒrfe. In der derzeitigen Krise sei zudem nicht die Zeit fĂŒr zusĂ€tzliche und unnötige BĂŒrokratie fĂŒr die Unternehmen. Das gelte ganz besonders auch fĂŒr die im Entwurf vorgesehenen umfassenden Aufzeichnungspflichten fĂŒr Arbeitgeber bei der Arbeitszeit.

Der neue Entwurf sieht einen Erörterungsanspruch vor, nach dem der Arbeitgeber mit dem Arbeitnehmer dessen Wunsch nach mobiler Arbeit zu erörtern hat. Einigen sich die Parteien nicht, muss der Arbeitgeber seine ablehnende Entscheidung form- und fristgerecht begrĂŒnden. VersĂ€umt der Arbeitgeber dies, tritt eine gesetzliche Fiktion ein. FĂŒr Arbeitnehmer, die regelmĂ€ĂŸig mobil arbeiten, soll kĂŒnftig zudem die gesamte Arbeitszeit tĂ€glich vom Arbeitgeber erfasst werden. Die Aufzeichnung kann durch den Arbeitnehmer erfolgen, der Arbeitgeber bleibt aber am Ende dafĂŒr verantwortlich. Der neue Gesetzentwurf wurde Anfang der Woche zur Abstimmung an die anderen Bundesministerien verschickt.

via Handelsverband Deutschland (HDE) – Aktuelle Meldungen