Ab dem 15. Januar greifen neue Vorschriften fĂŒr Kreditkartenzahlungen in Online-Shops. Wer online einkauft und mit Kreditkarte bezahlt, wird kĂŒnftig in vielen FĂ€llen nach zwei Faktoren zur BestĂ€tigung der Zahlung gefragt.

Die sogenannte Zwei-Faktor-Authentifizierung oder auch starke Kundenauthentifizierung soll zur Absicherung der Kreditkartenzahlung im Online-Handel beitragen. Der Handelsverband Deutschland (HDE) weist auf die Frist hin und rĂ€t HĂ€ndlern wie Verbrauchern, sich auf die Änderung des Zahlungsvorgangs einzustellen. „Es ist jetzt allerhöchste Zeit, sich um das zusĂ€tzliche Sicherheitsverfahren bei Online-Kreditkartenzahlungen zu kĂŒmmern. Bis Freitag mĂŒssen HĂ€ndler es in ihre Online-Shops integriert haben. Kunden sollten ihre Karten rechtzeitig fĂŒr das neue Verfahren freischalten lassen“, betont Ulrich BinnebĂ¶ĂŸel, HDE-Experte fĂŒr Zahlungssysteme.

Der HDE begrĂŒĂŸt die Entscheidung der Bundesanstalt fĂŒr Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), die bereits geltende Pflicht zur starken Kundenauthentifizierung in festgelegten Fristetappen zu kontrollieren. Die BaFin hat Online-HĂ€ndlern fĂŒr die Umsetzung des Sicherheitsverfahrens bis zum 15. Januar 2021 Zeit eingerĂ€umt. Ab diesem Zeitpunkt werden Transaktionen oberhalb von 250 Euro entsprechend ĂŒberwacht und mĂŒssen gemĂ€ĂŸ Zwei-Faktor-Authentifizierung abgewickelt werden. Ab dem 15. Februar werden die Kontrollen auf Transaktionen ĂŒber 150 Euro ausgeweitet, ab dem 15. MĂ€rz unterliegen dann grundsĂ€tzlich alle Kreditkartenzahlungen in Online-Shops der BaFin-Aufsicht. „Dieser geordnete Hochlauf ist im Sinne von Handel und Verbrauchern. So hatten Betreiber von Online-Shops die Möglichkeit, ihren Zahlungsvorgang außerhalb des wichtigen WeihnachtsgeschĂ€fts umzustellen. Zudem konnten Kunden in der Zwischenzeit ihren gewohnten Zahlungsweg nutzen und sich zunĂ€chst ĂŒber das Zwei-Faktor-Verfahren informieren“, so BinnebĂ¶ĂŸel weiter.

Verbrauchern legt der HDE nahe, sich bei ihrer Bank um die Freischaltung der Kreditkarte fĂŒr das neue Sicherheitsverfahren zu kĂŒmmern. „Zwar kontrolliert die BaFin die Abwicklung der Zahlungen fristgemĂ€ĂŸ nach Betragshöchstwerten. Doch in Online-Shops können auch außerplanmĂ€ĂŸige Abfragen des zweiten Faktors erfolgen“, erklĂ€rt BinnebĂ¶ĂŸel. Die verbreitetste, von kartenausgebenden Instituten bereitgestellte Form der starken Kundenauthentifizierung sei die Absicherung der Zahlung ĂŒber das Smartphone mittels einer App oder SMS. Online-HĂ€ndler sollten ihre Zahlungsarten im Blick behalten. „Wenn Kunden die Kreditkartenzahlung zu kompliziert wird, könnten sie kĂŒnftig verstĂ€rkt auf andere Zahlarten wie den Rechnungskauf oder das Lastschriftverfahren ausweichen. Daher sollten HĂ€ndler prĂŒfen, ob diese Zahlarten in ihrem Online-Shop eingefĂŒhrt oder an die höhere Nachfrage angepasst werden mĂŒssen“, empfiehlt BinnebĂ¶ĂŸel.

Weitere Informationen unter: https://einzelhandel.de/12768

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