Die heute vom Bundeskabinett beschlossene Novelle des Verpackungsgesetzes bewertet der Handelsverband Deutschland (HDE) grundsĂ€tzlich positiv, fordert jedoch noch Änderungen zur praktischen Umsetzbarkeit im Handel.

Laut Kabinettsbeschluss soll die Pflicht zur Mehrwegalternative nur fĂŒr Einwegkunststofflebensmittelver-packungen und EinweggetrĂ€nkebecher gelten, die beim Letztvertreiber mit Waren befĂŒllt werden. Zudem wurden die Definitionen an das EU-Recht angepasst. „Das Angebot an Mehrwegalternativen ist damit klarer und ökologisch sinnvoller ausgestaltet als zuvor“, so Antje Gerstein, HDE-GeschĂ€ftsfĂŒhrerin Europapolitik und Nachhaltigkeit. Allerdings steckten viele Mehrwegsysteme noch in Pilotphasen, deckten nur einzelne Gebindearten ab oder seien auf bestimmte StĂ€dte oder BallungsrĂ€ume beschrĂ€nkt. „Handel und Gastronomie muss daher ausreichend Zeit eingerĂ€umt werden, um sinnvolle und flĂ€chendeckende Systeme zu schaffen“, so Gerstein weiter. Notwendig sei die VerlĂ€ngerung der Übergangsfrist zur EinfĂŒhrung der Mehrwegalternativen bis 2024.

Die im Gesetzentwurf verankerte Ausweitung der Pfandpflicht auf Milch und Milcherzeugnisse lehnt der HDE ab. Bei diesen GetrĂ€nken drohten in den RĂŒcknahmeautomaten im Handel FĂ€ulnis- und GĂ€rungsprozesse, welche hygienisch bedenkliche Folgen haben könnten. Auch sei dadurch eine erhebliche GeruchsbelĂ€stigung in den MĂ€rkten zu befĂŒrchten. Die bislang im Gesetz vorgesehene Ausnahme fĂŒr diese GetrĂ€nke sollte daher beibehalten werden. „Milch und Milcherzeugnisse mĂŒssen von der Pfandpflicht ausgenommen bleiben. An dieser Stelle können auch lĂ€ngere Übergangsfristen nicht helfen“, so Gerstein.

via Handelsverband Deutschland (HDE) – Aktuelle Meldungen