Die am vergangenen Freitag final vom Bundesrat beschlossene Novellierung des Verpackungsgesetzes birgt aus Sicht des Handelsverbands Deutschland (HDE) Licht und Schatten.

Durch das neue Gesetz wird die Pfandpflicht erheblich ausgeweitet. So werden ab Anfang 2022 fast alle Einwegkunststoffflaschen und Dosen pfandpflichtig, unabh├Ąngig von ihrem Inhalt. Der HDE begr├╝├čt die f├╝r die Umsetzung vorgesehene ├ťbergangszeit, sieht allerdings auch Schwachstellen in der Ausgestaltung und Herausforderungen f├╝r den Einzelhandel.

Bis Mitte 2022 muss die Pfandpflicht f├╝r alle betroffenen Verpackungen eingef├╝hrt werden. Der HDE bewertet diese ├ťbergangszeit von einem halben Jahr positiv, da sie den Abverkauf bereits im Handel befindlicher Getr├Ąnkeverpackungen erm├Âglicht und Verpackungen nicht zu einem Stichtag aus dem Sortiment genommen oder ersetzt werden m├╝ssen.

Weiterhin warnt der HDE vor einer zumindest vor├╝bergehenden Verschlechterung der Rezyklatqualit├Ąt. Saftflaschen aus Kunststoff etwa besitzen bis heute recyclingsch├Ądigende Barriereschichten, die die Qualit├Ąt des Rezyklats beeintr├Ąchtigen. Unver├Ąndert kritisch sieht der HDE aus Hygienegr├╝nden auch, dass ab 2024 Milch und Milchmischgetr├Ąnke unter die Pfandpflicht fallen.

Das neue Verpackungsgesetz stellt Gastronomie und Lebensmittelhandel zudem vor die Herausforderung, ab 2023 Mehrwegalternativen anbieten zu m├╝ssen. Werden wie an einer Salatbar im Supermarkt Verpackungen vor Ort frisch mit Waren bef├╝llt, muss k├╝nftig auch eine Alternative zur Einweg-Plastikverpackung angeboten werden. Bis auf wenige Ausnahmen gibt es jedoch bislang keine entsprechenden Mehrwegsysteme f├╝r To-Go-Verpackungen. Sinnvolle Mehrwegsysteme m├╝ssen in der gegebenen Zeit zun├Ąchst aufgebaut werden.

via Handelsverband Deutschland (HDE) – Aktuelle Meldungen