Der Handelsverband Deutschland (HDE) fordert die Kreditwirtschaft in Deutschland und Europa auf, die l├Ąngst ├╝berf├Ąllige, vollst├Ąndige Umsetzung der Echtzeit├╝berweisung anzugehen. Auch mehr als vier Jahre nach Inkrafttreten des SEPA-Instant Payment Standards (SCT Inst) f├╝hrt Instant Payment ein Schattendasein.

Nach Einsch├Ątzung des HDE kann die zeitgem├Ą├če Zahlungsinfrastruktur in Echtzeitabwicklung erst erfolgreich sein, wenn die k├╝nstlich hochgefahrenen H├╝rden der Kreditwirtschaft beseitigt sind.

ÔÇ×Die Echtzeit├╝berweisung muss zum New Normal werden. Es ist an der Zeit, dass die Kreditwirtschaft Instant Payment endlich wettbewerbsf├Ąhig machtÔÇť, so Ulrich Binneb├Â├čel, HDE-Abteilungsleiter Zahlungsverkehr. Die EU-Kommission habe bereits im Herbst 2020 ein Strategiepapier f├╝r den Massenzahlungsverkehr vorgelegt und notfalls verpflichtende Ma├čnahmen angek├╝ndigt, sollten nicht gen├╝gend Banken den Service anbieten. Passiert sei jedoch bisher nichts. ÔÇ×Damit Instant Payment der neue Standard sein kann, m├╝ssen propriet├Ąre Transaktionsentgelte abgeschafft, alle Institute zur Teilnahme verpflichtet und einheitliche Zahlungsausl├Âseschnittstellen gestaltet werden. Erst dann k├Ânnen Verbraucher und Einzelhandel vom neuen Zahlungsstandard profitierenÔÇť, betont Binneb├Â├čel. Instant Payment habe das Potenzial, bisherige Verfahren zu ersetzen und Intermedi├Ąre ├╝berfl├╝ssig zu machen. Es sei die Basis f├╝r die Entwicklung neuer und effizienterer Produkte.

Zwar beteiligt sich in Deutschland die Mehrheit der Banken an der M├Âglichkeit der Echtzeit├╝berweisung, doch zur echten Vollzugsmeldung m├╝ssen aus Sicht des HDE wirklich alle Institute die Anforderungen umsetzen. Hierf├╝r sollten sie sowohl f├╝r Zahlungen erreichbar sein als auch aktiv Echtzeit├╝berweisungen ausl├Âsen k├Ânnen. ÔÇ×Der Umgang vieler Institute mit Instant Payment l├Ąsst die Aussicht auf eine effiziente Echtzeitwelt allerdings schwinden. Sie platzieren die Echtzeit├╝berweisung als Nischenprodukt und bepreisen sie entsprechend hochÔÇť, erkl├Ąrt Binneb├Â├čel. Dahinter stecke die ├ťberlegung, Instant-├ťberweisungen seien aufwendiger und kosteten daher mehr. Damit werde eine Nutzung f├╝r Alltags├╝berweisungen praktisch verhindert. Kein Kontoinhaber sei bereit, ohne Not Transaktionsgeb├╝hren zu akzeptieren. ÔÇ×Um sie wettbewerbsf├Ąhig zu machen, d├╝rfen Echtzeit├╝berweisungen nicht anders bepreist werden als normale ├ťberweisungenÔÇť, so Binneb├Â├čel weiter.

Zudem m├╝ssten auch Zahlungsausl├Âsedienstleister einen praktikablen und instituts├╝bergreifend einheitlichen Zugang erhalten. Nachdem die zweite Zahlungsdiensterichtlinie diese Organisationsart reguliert hat, muss nun auch eine handhabbare Schnittstelle geschaffen und ernsthaft betrieben werden.

 

via Handelsverband Deutschland (HDE) – Aktuelle Meldungen