Das Bundeskabinett befasst sich am heutigen Mittwoch mit zwei Verordnungen ĂŒber Maßnahmen zum Energiesparen. Der Handelsverband Deutschland (HDE) bewertet insbesondere die darin vorgesehenen Regeln zur Absenkung der Mindestraumtemperaturen an ArbeitsplĂ€tzen positiv.

„Der Einzelhandel leistet in diesen schwierigen Zeiten seinen Beitrag und spart schon heute bewusst und effektiv Energie ein“, so HDE-HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer Stefan Genth. Die Branche unterstĂŒtze daher die in der geplanten Verordnung ĂŒber kurzfristige Maßnahmen zur Energieeinsparung des Bundesministeriums fĂŒr Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) vorgesehene Temperaturabsenkung etwa fĂŒr BĂŒrotĂ€tigkeiten in InnenrĂ€umen auf 19°C. „Das Ziel muss sein, weitere Energiesparpotenziale optimal auszuschöpfen, ohne dabei aber die Gesundheit oder die Leistung der BeschĂ€ftigten zu beeinflussen“, betont Genth. Vor diesem Hintergrund könne unter UmstĂ€nden sogar eine etwas weitere Absenkung der Mindestraumtemperaturen fĂŒr ArbeitsplĂ€tze durch den Gesetzgeber sinnvoll sein. „Jedes Grad weniger spart beim Heizen sechs Prozent an Energie ein“, so Genth weiter.

Nicht nachvollziehbar ist aus Sicht des HDE, warum der Spielraum fĂŒr Temperaturabsenkungen fĂŒr private Arbeitgeber geringer ausfĂ€llt als im öffentlichen Bereich. „Private Arbeitgeber mĂŒssen Mindesttemperaturen garantieren, wĂ€hrend bei den öffentlichen Arbeitgebern dieselben Temperaturen als Höchsttemperaturen gelten. Dadurch können öffentliche Arbeitgebern deutlich mehr Energie einsparen, weil sie weniger heizen mĂŒssen“, so Genth. Zudem sei bereits heute die befristete Geltungsdauer der neuen Regelung zur Absenkung der Raumtemperatur zu ĂŒberdenken. Nach dem Verordnungsentwurf soll sie am 28. Februar 2023 wieder außer Kraft treten. „Das reicht bei einem kalten FrĂŒhjahr nicht aus. Die Heizperiode dauert in Deutschland meist lĂ€nger an“, so Genth weiter.

Die Verordnung sieht darĂŒber hinaus vor, dass LadentĂŒren kĂŒnftig nicht mehr dauerhaft geöffnet bleiben dĂŒrfen. „Diese Maßnahme wird schon heute hĂ€ufig in der Praxis umgesetzt. Durch geschlossene TĂŒren kann natĂŒrlich ein großer Beitrag zum Energiesparen geleistet werden. Zugleich kommen aber weniger Kunden in das GeschĂ€ft“, erklĂ€rt Genth. Um Kundinnen und Kunden auf die Maßnahmen hinzuweisen, hĂ€tte daher die Klimaschutzoffensive des Handels Plakate mit der Information „TĂŒren zu, GeschĂ€fte offen“ entwickelt. „Auch die Beleuchtung in den Schaufenstern wird heute schon von vielen HĂ€ndlerinnen und HĂ€ndlern als energiesparende Maßnahme reduziert“, so Genth weiter. Dass die neue Verordnung eine Abschaltung beleuchteter oder leuchtender Werbeanlagen zwischen 22 Uhr und 6 Uhr vorsieht, trage der Handel als BemĂŒhung zur Energieeinsparung mit. Allerdings mĂŒsse berĂŒcksichtigt werden, dass Handelsunternehmen durch ihre Beleuchtung in den StĂ€dten nachts vielerorts fĂŒr ein besseres SicherheitsgefĂŒhl sorgten.

Das BMWK hatte zuletzt zwei Verordnungen fĂŒr Energieeinsparungen veröffentlicht. Ziel der Verordnungen soll es sein, bei der Abwendung einer nationalen Gasmangellage zu unterstĂŒtzen. Eine der beiden Verordnungen beinhaltet kurzfristige Maßnahmen und soll ab dem 1. September 2022 in Kraft treten. Voraussetzung dafĂŒr ist die Zustimmung des Bundeskabinetts. Die andere Verordnung ist auf mittelfristig wirksame Maßnahmen ausgerichtet und soll ab dem 1. Oktober 2022 in Kraft treten.  

via Handelsverband Deutschland (HDE) – Aktuelle Meldungen