Angesichts aktueller Diskussionen ĂŒber ein Verbot von Zahlungen mit Bargeld ĂŒber 10.000 Euro spricht sich der Handelsverband Deutschland (HDE) gegen die EinfĂŒhrung einer allgemeinen Bargeldobergrenze aus.

„Pauschal eine Zahlung mit Bargeld ĂŒber 10.000 Euro zu verbieten, kommt einer weiteren Stigmatisierung des Bargeldes gleich und setzt ein falsches Zeichen“, so HDE-Zahlungsverkehrsexperte Ulrich BinnebĂ¶ĂŸel. Bargeld sei ohnehin auf dem RĂŒckzug. Eine pauschale Obergrenze fĂŒr Barzahlungen wĂŒrde das Zahlungsmittel Bargeld pauschal kriminalisieren.

Der HDE unterstĂŒtze den Ansatz zielfĂŒhrender Maßnahmen zur Verhinderung und AufklĂ€rung von illegalen AktivitĂ€ten vollumfĂ€nglich, insbesondere mit Blick auf GeldwĂ€sche und Terrorismusfinanzierung. „Allerdings mĂŒssen Maßnahmen zielgerichtet etwa in betroffenen Branchen erfolgen und mĂŒssen vorab auf ihre Wirksamkeit ĂŒberprĂŒft werden“, so BinnebĂ¶ĂŸel und betont: „Pauschale Verweise auf die Handhabung in anderen LĂ€ndern helfen nicht weiter.“

Zudem sehe das bestehende GeldwĂ€schegesetz bereits heute umfangreiche Vorgaben vor, die dem Ziel der GeldwĂ€scheprĂ€vention dienten. So mĂŒssten bei Barzahlungen ĂŒber 10.000 Euro besondere Sorgfaltspflichten berĂŒcksichtigt werden. Hierzu zĂ€hlt die Feststellung der IdentitĂ€t des Vertragspartners, die Einholung von Angaben ĂŒber den wirtschaftlich Berechtigten und eine Meldepflicht bei Verdacht auf eine vorliegende Straftat.

Nach EinschĂ€tzung des HDE muss die Wirksamkeit einer Bargeldobergrenze von 10.000 Euro nach derzeitiger Informationslage angezweifelt werden. „Es bedarf daher zusĂ€tzlicher Analysen ĂŒber die tatsĂ€chliche Wirksamkeit insbesondere im GĂŒterhandel, bevor weitreichende und beschrĂ€nkende Maßnahmen in diesem Sektor ergriffen werden. Sollte sich belastbar ein Handlungsbedarf ergeben, ist zudem eine europaweite Lösung notwendig“, so BinnebĂ¶ĂŸel weiter. Der EinfĂŒhrung einer allgemeinen Bargeld-Obergrenze erteile der HDE eine Absage.

via Handelsverband Deutschland (HDE) – Aktuelle Meldungen