Der Handelsverband Deutschland (HDE) appelliert beim aktuellen Entwurf f√ľr ein Energieeffizienzgesetz an den Gesetzgeber, das Vorhaben substanziell nachzubessern. Die Kritik richtet sich vor allem gegen zus√§tzliche Verpflichtungen, die deutlich √ľber die bestehenden Energie- und Umweltmanagementsysteme sowie Energieaudits hinausgehen und die f√ľr die Unternehmen zu einem unverh√§ltnism√§√üigen Verwaltungsaufwand sowie zu hohen Zusatzkosten f√ľhren.

‚ÄěDer Entwurf des Energieeffizienzgesetzes entspricht nicht der Logik m√∂glichst einfacher, unb√ľrokratischer und effizienter Verfahren. So kann das Gesetz keinen Beitrag zur Steigerung der Energieeffizienz leisten‚Äú, so die HDE-Gesch√§ftsf√ľhrerin f√ľr Nachhaltigkeit, Antje Gerstein. Die nach dem Gesetzesentwurf geforderten Zertifikate br√§chten keinen zus√§tzlichen Nutzen, sondern erh√∂hten nur die B√ľrokratie und die Nachfrage nach ohnehin kaum verf√ľgbaren Fachkr√§ften im Bereich der Energieauditoren. Die im Gesetzentwurf vorgesehene verpflichtende Zertifizierung nach bestimmten Verfahren sei allein schon deswegen schwer umsetzbar. Erg√§nzend zu den etablierten Verfahren ISO 50001 und EMAS sollten deshalb auch alternative Zertifizierungsverfahren zugelassen werden, die mit weniger Verwaltungsaufwand verbunden sind.

Au√üerdem st√∂rt sich der HDE an der Definition der Wirtschaftlichkeit zur Einsch√§tzung umzusetzender Ma√ünahmen und an unklaren Rechtsbegriffen in Bezug auf die Vermeidung und Verwendung von Abw√§rme. Kritisch bewertet der Verband zudem die Pflicht zur Ver√∂ffentlichung von Umsetzungspl√§nen aller als wirtschaftlich identifizierten Endenergieeinsparma√ünahmen. Schlie√ülich k√∂nnten mit √∂ffentlichen Daten zu Endenergieeinsparma√ünahmen und den Energieverbr√§uchen R√ľckschl√ľsse auf die aktuelle Wettbewerbsf√§higkeit eines Unternehmens m√∂glich werden. Hier sieht der HDE m√∂glicherweise Gesch√§ftsgeheimnisse bedroht. Unklar sei zudem die konkrete Umsetzung von Energieeffizienzma√ünahmen in diversen Mieter-Vermieter-Konstellationen. ‚ÄěIm Einzelhandel sind nicht nur die Geb√§ude, sondern oft auch die mit Energieverbrauch verbundenen Anlagen nicht Eigentum des Unternehmens. Hier ist unklar, wer f√ľr die Umsetzung von Endenergieeinsparma√ünahmen verantwortlich sein soll‚Äú, so Gerstein weiter.

Der Einzelhandel hat in den vergangenen f√ľnf Jahren in zahlreiche Energieeffizienzma√ünahmen wie energiesparende Beleuchtung, K√§ltetechnik sowie weitere Bereiche investiert und seinen CO2-Aussto√ü innerhalb der letzten zehn Jahre um ein Drittel reduzieren k√∂nnen. Auch an vielen anderen Stellen leisteten die Handelsunternehmen gro√üe Investitionen wie etwa beim Aufbau von Photovoltaik-Anlagen und E-Lades√§ulen. Gerstein: ‚ÄěDie Branche engagiert sich seit Jahren f√ľr Energieeffizienz, ein neues Gesetz darf diese Anstrengungen nicht erschweren oder infrage stellen.‚Äú

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