In der aktuellen Debatte ĂŒber die FunktionalitĂ€t von Debitkarten der globalen Anbieter bewertet der Handelsverband Deutschland (HDE) kritisch, dass Karteninhaber mit Zusendung ihrer neu gestalteten Standardkarte zum Bankkonto offenbar nicht vollstĂ€ndig informiert werden. Die kartenausgebenden Banken wissen laut Verband sehr genau um die derzeitige Situation der Kartenakzeptanz im Handel.

„Die meisten HĂ€ndlerinnen und HĂ€ndler setzen nach wie vor auf das bewĂ€hrte girocard-System der Deutschen Kreditwirtschaft. Dennoch geben einige Institute ihren Kunden Karten an die Hand, ohne bekannte Problematiken anzusprechen und lassen sie mit entstehenden Problemen allein“, so Ulrich BinnebĂ¶ĂŸel, HDE-Abteilungsleiter Zahlungsverkehr. Daher sei die Strategie einiger Banken mit besonderer Sorge zu sehen. Viele Institute geben ihren Kunden eine Debitkarte fĂŒr ihr Konto aus, die ausschließlich ein globales Zahlungssystem wie Visa oder Mastercard enthĂ€lt. Das fĂŒhrt zu Problemen, wie auch aktuelle Daten des Verbraucherzentrale Bundesverbandes zeigen.

„Im stationĂ€ren Handel gibt es heutzutage eine sehr hohe Ausstattung mit Zahlungsterminals. Beinahe alle stationĂ€ren Terminals akzeptieren dabei die girocard. Dass einige HĂ€ndler die globalen Kartensysteme aus KostengrĂŒnden nicht akzeptieren, muss auch den Banken bekannt sein. Dennoch setzen einige Institute auf eine Karte, die ihren Kunden nicht die volle Handlungsfreiheit gibt“, so BinnebĂ¶ĂŸel weiter.

In den vergangenen Monaten war laut HDE ein starker Anstieg der Kosten der Kartenzahlung im stationĂ€ren Handel zu beobachten. Es liege nahe, dass die zunehmende Anzahl von Debitkarten der globalen Anbieter im Markt dafĂŒr verantwortlich sei. „Im Unterschied zur Akzeptanz der girocard kann fĂŒr den Handel die Akzeptanz einer Debitkarte der globalen Anbieter bis zu viermal höhere Kosten verursachen“, so BinnebĂ¶ĂŸel. Zudem bedeute eine Akzeptanz der Debitkarten, dass gleichzeitig auch die Kreditkarten dieser Anbieter akzeptiert werden mĂŒssten, die mit noch höheren Kosten verbunden sein könnten. „Grund genug fĂŒr einige HĂ€ndlerinnen und HĂ€ndler, sich gegen eine Akzeptanz zu entscheiden“, betont BinnebĂ¶ĂŸel.

Eine Lösung ist aus Sicht des Verbandes, den Kontoinhabern eine Karte mit einem sogenannten Co-Branding herauszugeben. Diese Karte enthĂ€lt neben der girocard-Funktion ein weiteres System der US-Anbieter. „Die meisten Banken aus dem Sparkassen- und Volksbankenbereich haben sich fĂŒr diese kundenfreundliche Variante entschieden. Andere Banken mĂŒssen sich die Frage gefallen lassen, warum sie dies nicht tun“ so BinnebĂ¶ĂŸel weiter.

via Handelsverband Deutschland (HDE) – Aktuelle Meldungen