Angesichts der auch nach mehr als 50 Verhandlungsrunden andauernden Blockade der Tarifrunde im Einzelhandel empfiehlt der Handelsverband Deutschland (HDE) den tarifgebundenen Handelsunternehmen nun eine Entgelterhöhung ohne Tarifabschluss. Die Arbeitgeber setzen auf diese Weise ein klares Zeichen fĂŒr ihre hohe WertschĂ€tzung gegenĂŒber den BeschĂ€ftigten. Die Unternehmensvertreter hatten bereits zum Verhandlungsauftakt im April 2023 ein Angebot unterbreitet und dieses mehrfach nachgebessert. Doch die Gewerkschaft verweigert sich bis heute weiter ernsthaften Verhandlungen und damit einer Lösung des Konflikts

„Leider verschließt sich die Gewerkschaft ver.di auch nach mehr als fĂŒnf Monaten mit ĂŒber 50 Verhandlungsrunden bundesweit der mittlerweile lĂ€ngst ĂŒberfĂ€lligen Befriedung dieses Tarifkonfliktes zum Wohle der BeschĂ€ftigten im Einzelhandel“, so HDE-TarifgeschĂ€ftsfĂŒhrer Steven Haarke. Stattdessen halte die Gewerkschaft weiter störrisch an ihren utopischen Eingangsforderungen fest. „Es fehlt an einem spĂŒrbaren Willen der Gewerkschaft, in ernsthaften Verhandlungen mit uns nach tragbaren Lösungen fĂŒr die Branche zu suchen“, so Haarke weiter. Leider sei nicht abzusehen, dass die Tarifverhandlungen zeitnah zu einem Abschluss gebracht werden. Als zustĂ€ndiges Gremium gibt der tarifpolitische Ausschuss des HDE den tarifgebundenen Mitgliedsunternehmen nun einen Ausweg in Form einer sogenannten Verbandsempfehlung fĂŒr Entgelterhöhungen ohne Tarifabschluss im Einzelhandel an die Hand. Diese eröffnet Unternehmen die Option, sofern dies dort trotz der schwierigen Rahmenbedingungen ĂŒberhaupt möglich ist, den BeschĂ€ftigten vorzeitig und schnell die oft dringend benötigte finanzielle Entlastung zu gewĂ€hren.

Nach dem aktuellen Beschluss des tarifpolitischen Ausschusses des HDE besteht nun fĂŒr tarifgebundene Unternehmen frĂŒhestens ab 1. Oktober 2023 die Möglichkeit, freiwillige anrechenbare Vorweganhebungen in Höhe von 5,3 Prozent auszuzahlen. Unternehmen können diese Vorweganhebung, die sowohl die tariflichen Löhne, GehĂ€lter und AuszubildendenvergĂŒtungen umfasst, ab Oktober 2023 in allen Tarifgebieten des Einzelhandels umsetzen.

„SelbstverstĂ€ndlich streben wir weiterhin eine baldige Befriedung des andauernden Tarifkonflikts an. In AbhĂ€ngigkeit der wirtschaftlichen Lage entscheidet jedes tarifgebundene Einzelhandelsunternehmen frei darĂŒber, ob es die Verbandsempfehlung umsetzen kann. Es gibt keinerlei Verpflichtung fĂŒr die Unternehmen, diese exakt und in voller Höhe umzusetzen. Sie ist nur bezĂŒglich Ihrer Obergrenze verpflichtend“, so Haarke.

via Handelsverband Deutschland (HDE) – Aktuelle Meldungen